Kisdorf 9:4 gegen Bargteheide: Das ist spitze!

Schon mal was von Friedrichskoog-Spitze gehört? Von dem Dorf am Deich, in dem die Wege kurz sind? Von dem Ferienort an der Nordsee, wo einem der Wind den Kopf frei weht? Wo die Gedanken klar werden und nach der Antwort suchen: Wie besiege ich den nächsten Gegner?

Von Friedrichskoog-Spitze nach Kisdorf und zurück sind es laut Navi 194 Kilometer. Ganz schön weit für einen Freitag abend, an dem man auch zu zweit im Garten seines Ferienhauses sitzen und dem Spiel der Nordseewellen zuschauen könnte.

Manchmal gibt es Wichtigeres, dachte Carsten Sterly bei sich: Tischtennis! Er packte seine sieben (Sport-)Sachen und fuhr los – zum ersten Saisonspiel seines BSV Kisdorf in der 1. Kreisklasse gegen den TSV Bargteheide V. Die Staus abgerechnet, brauchte sein Hybrid-Peugeot zwei Stunden und zehn Minuten. Bei einem flotten Durchkommen wären es laut Navi „nur“ 1:22 Stunden gewesen.

Nur 50 Minuten brauchte Carsten dagegen für drei Siege: 11:2, 11:3, 11:2 gegen Jan-Christoph Krohn, und gleich danach 11:4, 11:3, 11:13, 12:10 gegen Christian Stelling. Das Doppel an der Seite von Finn Stoffer war zu diesem Zeitpunkt auch schon gewonnen. Carsten wollte möglichst schnell wieder zurück zu seiner Heike an die Nordsee. Um 21 Uhr trat er die Rückreise an. Das ist Rekord.

Carsten hatte einen hervorragenden Grundstein gelegt, denn Nico Sachse (wieder topfit nach seiner langen Verletzungspause), dazu Finn Stoffer und Alexandra Schmidt, taten es ihm gleich und gewannen ihre Einzel. Um 22.25 Uhr verwandelte „Alex“ ihren ersten Matchball und den entscheidenden fürs Team.

Carsten, längst schon wieder zurück in Friedrichskoog, reagierte auf die WhatsApp-Ergebnismeldung (9:4 gewonnen) trocken: „Super“. Seine Teamkollegen in Kisdorf jubelten: Platz 1 in der Tabelle.

Ein klassischer Fall für die TV-Legende Hans Rosenthal. Der wäre hochgesprungen und hätte gerufen: „Sie sind der Meinung: Das war spitze!“